10 Tipps für Planer/ Bauherrn/ Eigenheimerwerber zur Minimierung der Kosten für den Bodenbelag und dessen Einbau.

1. Die Estrichdämmschicht:

sollte durch Abdecken mit einer stabilen Folie vor nachstoßender Feuchte aus dem Untergrund geschützt werden. Ohnehin eine Forderung nach DIN 18560 Teil 2 für alle abdichtenden Beläge (CV-PVC-Kunststoffböden auch Laminate) und insbesondere bei Parkettverlegung die spätere Schäden verhindert, die dem Bauplaner anzulasten wären.

2. Die Randdämmstreifen:

sollten sauber verlegt und passend in die Ecken gedrückt werden (nicht rund ziehen) Schallbrücken lassen sich vermeiden und lästiges Ausspachteln der Ecken entfällt.
Egal welcher Belag als Oberboden zum Einsatz kommen soll, hier sollte der Maler die Randdämmstreifen noch nicht vollständig beschneiden, sondern noch 10 mm stehen lassen. Die beschneidet der Bodenleger dann nach der Spachtelung. Auch dies verhindert Schallbrücken.

3. Der Estrich:

sollte gut verdichtet, sauber abgerieben und nach Möglichkeit der Zeile 4 der Maßtoleranzen im Hochbau entsprechen (DIN 18202). Das bedeutet zwar eine sorgfältigere Ausführung des Estrichlegers, spart aber kostspielige Nacharbeiten durch zusätzliche Grundierungen und Spachtelungen. Die sind zwar bei PVC und CV Belägen/Linoleum immer nötig, der Verbrauch ließe sich aber minimieren.
Wenn mit Estricharmierungsfasern gearbeitet wird, dann bitte aus Glasfasern. Die stehen nicht auf und sind schleifbar.
Arbeits/Trocknungsfugen fluchtgerecht in die Laibungen (hierbei unbedingt die spätere Türanschlagvariante berücksichtigen). Nur im oberen 1/3 anschneiden.
Vor mechanischer Beanspruchung schützen. Pappe drauf in den Durchgängen.
Keine Folien da diese die Trocknung verzögern.
Die Höhenlage des Estrichs sollte berücksichtigen welche Beläge in welche Räume eingebracht werden. Auch dies erspart spätere aufwendige Höhenangleichungen.
Hier ist also im Vorfeld (vor der Einbringung des Estrichs) den Gewerken Vorgabe zu machen über die Einbauhöhe des späteren Oberbelages.

4. Die Bodenfliesen:

sollten immer vor dem Oberbelag verlegt sein. Schlüterschienen sind höhengerecht vom Fliesenleger einzusetzen.
Das erspart uns schwieriges Anarbeiten an eine ungenaue Kante. Oft kann dann auf Übergangsprofilschienen verzichtet werden. Saubere Übergänge (Höhengleichheit) sind z.B. bei seniorengerechter Bauweise ein unbedingtes MUSS.

5. Türzargen:

sollten grundsätzlich nach der Parkettverlegung/Laminatverlegung/ Bodenbelagsverlegung eingebaut werden.
Das erspart aufwendiges Anschneiden bzw. unterschneiden der neuen Zargen, verhindert Beschädigungen im unteren Zargenbereich und hat ein passgenaueres Abschlußbild zur Folge.
Ferner müssen neue Türblätter dann nicht gekürzt werden. Es versteht sich von selbst dass der Bodenleger im Einbaubereich der Zargen Schutzabdeckungen auf dem neuen Bodenbelag ausbringt, damit auch der Türbauer frei arbeiten kann.

6. Heizkörperrohre:

müssen aus der Wand austreten! Ferner sollten mindestens 90 mm Luft unter den Heizkörpern sein.
Immer ein heiß umkämpftes Gebiet. Die Heizungsbauer wehren sich aus Bequemlichkeit dagegen. Dabei liegen die Vorteile doch klar auf der Hand. Nicht nur für den Bodenleger, sondern auch für den späteren Nutzer bei der Pflege und bei späteren Renovierungen oder Belagsaustausch. Auch dies minimiert Schallbrücken und Verletzungen am Heizleitungssystem im Zuge der Bodenbelagsarbeiten/Schleifarbeiten.

7. Raumzuschnitte:

sollten verschnittoptimiert sein. Insbesondere für die Verlegung von Teppichböden.
Diagonalen, Schrägen, Erker, Rundungen, Säulen, etc. sind ein erheblicher Kostentreiber bei Hartbelägen wie Laminat/Parkett.
Die Lieferbreiten bei Teppichböden (400 bzw. 500 cm Warenbreite) sollte doch ausreichend Spielraum für eine Planung lassen. Wichtig natürlich dass der Erwerber dann für 6 zu belegende Zimmer nicht jedes in einer anderen Farbe/Qualität auswählt ohne über Aufpreiskonsequenzen informiert zu sein.

8. Einsatzempfehlung:

Parkett oder auch Laminate/Korkbeläge und Teppichböden sollten in Küchen, Dielen, Fluren, Nassräumen nur nach sorgfältiger Abwägung Verwendung finden. Hier empfehlen sich Bodenbeläge aus PVC/CV oder Gummi wahlweise in Platten oder Bahnenformaten.
Die hohe (bzw. feuchte ) Beanspruchung zwingt hier zu hochwertigen Produkten die wiederum hochpreisig sind. Ferner bedingen die Verlegungen insbesondere in Fluren einen hohen Lohnkostenanteil und Verschnitt.

Grundsätzlich ist der Bodenbelag das abschließende Gewerk. Es sollten dann nur noch die Zargen eingesetzt und die Gardinen montiert werden. Insbesondere über Parkett oder Teppichböden sollte kein Handwerker drüber müssen. Hier liegt ein erhebliches Streßpotential begründet. Entweder deckt man die Bodenbelagsflächen (kostspielig) ab und es können noch Folgegewerke frei arbeiten, oder man beachtet dass Schäden oder Verschmutzungen Ärger bedeuten. Die heutige Siliconpest am Bau verursacht uns und unserer Kundschaft immer wieder heftige Kopfschmerzen weil die Spätfolgen dieses “Wunderwerkstoffes” nahezu teuflisch sind.

9. Organisation:

Jedes am Bau tätige Gewerk sollte rechtzeitig über einen Schlüssel verfügen können bzw. Zugriff darauf haben. Die heutigen Verkehrsverhältnisse und die Möglichkeit flexibler Einsatzzeiten des Personals verhindern so unnützige Telefonate und Wartezeiten. Ferner sollten die Rufnummern der am Bau beteiligten Gewerke zwecks direkter Kontaktaufnahme gut einsehbar im Bau aushängen. Realistische Planung der Termine für Fertigstellung/Übergabe sollten für alle Gewerke berücksichtigt sein. Insbesondere die letzten Gewerke Maler/Treppe/Schreiner/Bodenleger müssen ausbaden wenn Vorgewerke zu viel Zeit gefressen haben. Dabei sind das gerade die Gewerke die auf Dauer sichtbar bleiben und somit in den Schlußabnahmen immer wieder durchfallen. Selbst ein ungeübtes Auge erkennt dann die Mängel die unter Zeitdruck einfach entstehen müssen, weil sämtliche Gewerke gleichzeitig am Bau tätig sind.

10. Pflege:

Egal für welchen Bodenbelag Sie Sich entschieden haben, im Gegensatz zu Steinböden sind hier einige Besonderheiten in der Pflege gefordert.

Ganz wichtig ist der Schutz vor Schmutz, Schnee, Granulat und Nässe von draußen.
Hier sollten wirklich wirksame Schmutzmatten in ausreichender Zahl ausgelegt werden, damit keine schädigenden Substanzen auf die Bodenbelagsoberfläche einwirken.
(Salz ist z.B. sehr alkalisch und kann zu schwärzlichen Verfärbungen führen). Auch sollten keine Topfpflanzen, Zimmerspringbrunnen, Aquarien oder Trinknäpfe direkt auf der Bodenbelagsoberfläche stehen um Wasserkränze zu vermeiden. Metallfüße von Einrichtungsgegenständen können genauso wie bestimmte Gummifüße Verfärbungen hervorrufen die irreversibel sind. Hier sollte man Filzgleiter unterkleben um unliebsame Überraschungen zu vermeiden.
Für die regelmäßige Reinigung reicht ein Besen, Mopp oder Wischwiesel vollkommen aus um die „Staubmäuse“ einzusammeln. (Vorsicht mit alten Staubsaugerschuhen die schon mal Kratzer verursachen können).
Kleine Flecke kann man mit einem fusselfreien Wischtuch und etwas Seifenreiniger aufwischen.
Danach trocknen lassen.Die regelmäßige Grundreinigung erfolgt mit Seifenreiniger in Wasser aufgelöst in einer nicht zu hohen Konzentration. Oft reicht schon die Hälfte der empfohlenen Menge vollständig aus.
Niemals tropfnass wischen. Wir sprechen von nebelfeuchtem Schrubbtuch oder Wischwiesel d.h. sehr gut ausgewrungen.

Für Parkett und verschiedene andere Beläge wie Linoleum oder PVC gibt es auch sog. Glanzpflegemittel. Bevor man mit derartigen Produkten beginnt sollten sie sich unbedingt
über die damit verbundenen Auswirkungen aufklären lassen. Die Unzahl von Bodenbelagspflegemitteln die der Handel bietet enthalten zwar wohlformulierte Hinweise die aber nicht auf jeden Bodenbelag anwendbar sind.

Für weitere Fragen zur Werterhaltung und zur Pflege fragen Sie also Ihren Fußbodenfachmann!