Parkett auf Fußbodenheizung

Parkettböden auf Fußbodenheizung bergen immer gewisse Risiken die man im Vorfeld minimieren muss. Nur wenn im Vorfeld alle Möglichkeiten bekannt und soweit durchführbar, auch gehandhabt werden, können Fugenbildungen weitestgehend minimiert werden. Es ist bekannt, dass gerade bei trockener Wärme jedes Holz (nicht nur Parkett) mit Schwindung reagiert. Das bedeutet im Falle von Parkett eine aufkommende Fugenbildung, die in erster Linie von der Temperatur und der Raumluftfeuchte abhängig ist.

Folgende Punkte müssen eingehalten werden:
Es ist sicherzustellen, daß aus dem Untergrund (Beton keine Feuchte nachrücken kann.
Es sind hier wirksame Feuchtesperren (nicht nur dünne Abdeckfolien) sondern DIN gerechte Absperrmaßnahmen zu verlegen, die auch die Feuchte, die im Zuge der Betondeckentrocknung nach oben diffundiert, wirksam und dauerhaft absperrt.

Heizestriche sind nach einem Aufheizprotokoll aufzuheizen. Eine zwischengeschaltete Abkühlphase und spätere nochmalige Aufheizphase sind sehr wichtig um Feuchten die nach unten gedrückt werden die Möglichkeit zu geben nachzurücken um im zweiten Aufheizgang ausgetrieben zu werden. Das ist ganz besonders wichtig wenn die Heizleitungen nicht auf oder in der Dämmebene liegen, sondern im unteren Estrichdrittel oder in der Mitte des Estriches liegen.

HEIZSCHLANGENKONZENTRATIONEN sind unbedingt zu vermeiden. Alle Vor- und Rückläufe z.B. durch die Zimmertüre in die Unterverteilung zu leiten ist riskant. Falls bautechnisch nicht anders machbar, sind hier Maßnahmen zu treffen, die eine übermäßige Wärmeabstrahlung auf den Estrich verhindern.

Es sind im Zuge der Estricheinbringung Markierungen aufzustellen, an denen der Parkettleger gefahrlos in den Estrich stemmen kann, um Feuchtemeßproben vorzunehmen. Je Raum nach Größe 2 -3. Es besteht sonst die Gefahr Heizleitungen zu verletzen.
Ansonsten kann keine zuverlässige Prüfung am Untergrund vorgenommen werden. Das erhöht das Risiko von Restfeuchte, die im Zuge der ersten Zuschaltung herausgejagt wird, dann aber im Parkett zu Aufquellungen führt.

Vor der Parkettverlegung sollten diese Estriche gespachtelt werden, um eine noch bessere Ebenheit zu erreichen. Damit verbessert man den Kontakt der starren Parkettelemente auf der starren Estrichebene und kann somit nachteilige Luftpolster minimieren. Dies dient der Verbesserung des Wärmestroms und verhindet Wärmestauungen.
Während der Estrichtrocknung dürfen keine trocknungsverhindernden Materialien oder Lagerungen auf der Estrichebene vorhanden sein.

Ferner müssen zum Zeitpunkt der Parkettverlegung normalklimatische Gegebenheiten herrschen, also nicht durch gleichzeitige andere tätige Gewerke hohe Luftfeuchten entstehen. (Malerarbeiten, Reinigungsarbeiten etc.)

Während der Parkettverklebung soll die Fußbodenheizung abgeschaltet sein oder nur mit max. 18 Grad Oberflächentemperatur gefahren werden. Nach der Verklebung ist eine kurze Aufheizung von Vorteil um das Parkett schon einmal zu formen. (Dies macht nur Sinn bei Massivparkett). Bei der Verklebung von Fertigparkett sollte eine Aufheizung erst nach vollständigem Abbinden des Klebers erfolgen und nur sehr sachte, max. 5 Grad täglich, erhöht werden. Ein Vorlauftemperaturbegrenzer der max. 28-30 Grad Oberflächentemperatur der Estrichebene zuläßt ist unbedingt wichtig.
Es dürfen bei Massivparkett keine seitenverleimende Lacke verwendet werden. Hier sind entsprechende Vorstriche oder bewährte Lacksystem zu wählen.

Als Faustformel bleibt immer gewiss, je breiter und großflächiger das einzelne Parkettelement (bei Massivparkett), desto größer auch die mögliche Fugenbildung. Dies greift umso mehr bei der Verwendung von Holzarten wie Buche und Ahorn die besonders stark auf Quell- und Schrumfpungskräfte reagieren.
Verbandverlegungen mit Wasserlacken dürfen bei Buche und Ahorn nicht angewendet werden. Hier ist, wenn diese Holzart unbedingt geünscht wird, besser auf verklebtes Fertigparkett zurückzugreifen oder aber der Würfel bzw. Fischgrätverlegung der Vorzug zu geben.

Auf jeden Fall muss während der Heizperiode die Luftfeuchte im Raum mittels eines Hygrometers ständig kontrolliert und beim Absinken unterhalb 50 % rel. Luftfeuchte mit Luftbefeuchtern gegengesteuert werden. Nur dadurch können Fugenbildungen während der Heizphase minimiert werden.
Trotzdem aufkommende Fugen dürfen nicht verschlossen werden, da während feuchter Perioden eine Umkehrquellung einsetzt, die nicht behindert werden darf.
Eine regelmäßige Pflege sollte immer nur leicht feucht mit gut ausgewrungenem Schrubbtuch oder feuchtem Wischwiesel durchgeführt werden. Topfpflanzen müssen unterlüftet sein und dürfen niemals direkt auf der Parkettebene stehen. Trinknäpfe von Haustieren sind nicht auf Parkettflächen zu positionieren. Feuchteflecken während der Pflege oder „Malheurchen“ durch umstürzende Gläser sind sofort aufzunehmen und trockenzutupfen.

Zugegebenermaßen ein Bündel von Hinweisen die nicht unbedingt für den Einsatz von Parkett sprechen. Wer sich aber an diese Hinweise hält, die im Übrigen keine unzumutbare Herausforderung darstellen, sondern nach den Regeln des Fachs ohnehin einzuhalten sind, wird mit einem Fußboden belohnt wie er dankbarer nicht sein kann.

Er ist warm, sogar im Sommer wenn keine Heizung läuft.
Er ist pflegeleicht.
Er bietet den Hausstaubmilben keine Nistplätze.
Er ist antistatisch d. h. er bindet keine Stäube.
Er ist natürlichen Ursprungs und er kann, wenn er mal in die Jahre gekommen ist, abgeschliffen und renoviert werden.

Das kann nur Parkett.

Ein Aufheitprotokoll des Estrich ist unabdingbare Voraussetzung für den Beginn einer Parkettverlegung. Dies ist ein gesondertes Protokoll dass nicht mit dem Funktionsheizprotokoll zu vergleichen ist.

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